Eichsfeld Open 2026 – F3B in Heilbad Heiligenstadt
Am ersten Oktoberwochenende fanden auf dem Flugplatz des Luftsportverein Eichsfeld-Göttingen e.V. bei Heilbad Heiligenstadt erstmals die Eichsfelder F3B Open statt. Vom 3. bis 4. Oktober trafen sich 39 Piloten zu einem F3B-Wettbewerb. Der Wettbewerb war Teil des FAI F3B World Cups. Organisiert wurde die Premiere vom Wettbewerbsleiter Martin Weberschock mit kräftiger Unterstützung seiner Helfer. Besonders Uwe Schlaffke-Mowinkel und Sebastian Peters standen ihm mit ihren vielen Jahren Wettbewerbserfahrung zur Seite.



Die Mitgleider des Luftsportvereins Eichsfeld-Göttingen stellten nicht nur das Gelände und die Infrastruktur, sondern kümmerten sich auch hervorragend um um das leibliche Wohl aller TeilnehmerInnen und HelferInnen.
Für mich war es der Abschluss der F3B-Saison 2026 – und gleichzeitig ein Wochenende, das gezeigt hat, warum F3B als Wettbewerbsklasse nach wie vor so viel Spaß macht.
F3B mit internationalem Teilnehmerfeld
Mit insgesmamt 44 PilotInnen, davon 5 Rookies war das Starterfeld für die Premiere des Eichsfelder Open ordentlich besetzt. Neben zahlreichen deutschen Piloten waren auch Teilnehmer aus Dänemark, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden und Tschechien am Start. Damit bekam der Wettbewerb von Beginn an einen internationalen Charakter.

Auch sportlich war das Feld entsprechend stark besetzt. Am Ende lagen die ersten Plätze nur wenige Punkte auseinander. Andreas Herrig setzte sich mit 9748,12 Punkten durch und gewann den Wettbewerb vor Søren Kroghaus Dänemark und Thomas Kübler aus der Schweiz. Dahinter folgten Jürgen Pölzl aus Österreich und Andreas Böhlen aus der Schweiz.

Gerade diese internationale Mischung macht F3B für mich besonders interessant. Auf dem Flugplatz trifft man Piloten, die man von anderen Wettbewerben kennt, aber genauso neue Gesichter. Und spätestens wenn die Modelle am Start stehen, spielt es keine Rolle mehr, aus welchem Land jemand kommt.

Ein Wettbewerb, der mehr als nur Fliegen war
Was das Eichsfelder Open besonders gemacht hat, war allerdings nicht nur das Geschehen am Himmel.
Bereits am Freitagabend hatte der Veranstalter zu einem gemeinsamen Grillabend mit anschließendem Lagerfeuer eingeladen. Eine gute Gelegenheit, schon vor dem eigentlichen Wettbewerb zusammenzukommen, alte Bekannte zu begrüßen und neue Kontakte zu knüpfen.
Auch am Samstag wurde bei der Verpflegung ordentlich aufgefahren. Statt klassischer Vereinsbewirtung sorgte ein professioneller Pizzabäcker für mediterranes Essen direkt aus dem Ofen. Für mich genau die Art von Rahmenprogramm, die ein Wettbewerbswochenende angenehm macht: gutes Essen, entspannte Atmosphäre und genügend Zeit, sich abseits des Wettbewerbs auszutauschen.
Denn gerade bei F3B gehört diese Mischung für mich einfach dazu. Der sportliche Anspruch ist hoch, aber gleichzeitig verbringt man ein ganzes Wochenende gemeinsam auf dem Flugplatz.
Besonders erfreulich: Nachwuchs und Rookies
Noch interessanter als die reine Teilnehmerzahl war für mich der Blick auf die Zusammensetzung des Feldes.
Beim Eichsfelder Open waren wieder mehrere Jugendliche dabei. Die Jugendwertung gewann Theo Weberschock vor Jona Bühre und Hannes Weberschock.

Zusätzlich wurde wieder eine eigene Rookie-Wertung durchgeführt. Fünf Rookies kämpften dabei um den Sieg. Robert Karow gewann vor Carsten Garth und Hannes Paus. Dahinter folgten Wolfgang Stracke und Emily Nitschmann.

Das ist für mich eines der stärksten Signale dieses Wochenendes.
F3B ist eine technisch anspruchsvolle Klasse. Der Einstieg ist nicht unbedingt trivial, und gerade deshalb ist es schön zu sehen, wenn neue Piloten den Schritt in die Klasse wagen. Jugendliche und Rookies bringen neue Energie in die Szene und sorgen gleichzeitig dafür, dass die Erfahrung der etablierten Piloten weitergegeben werden kann.
Das Rookie Programm hat auch mir Ende 2017 schon den Einstieg in die Wettbewerbswelt vereinfacht. Man kann sich das Ganze wie eine Art Patenprogramm vorstellen. Es reicht, sich z.B. per Mail oder Nachricht bei mir zu melden und wir schauen, ob in deiner Region jemand in Frage kommt, der dich an die Hand nimmt. Und eins vorweg: Man braucht für den Einstieg nicht direkt eine eigene Winde oder ein aktuelles Spitzenmodell. Wichtig ist, dass man Lust hat, sich fliegerisch und persönlich weiterzuentwickeln. Der Rest kommt mit der Zeit.
F3B bekommt wieder mehr Zulauf
Nach einigen Jahren, in denen man sich durchaus fragen konnte, wie es mit F3B weitergeht, fühlt sich die Entwicklung inzwischen wieder deutlich positiver an.
Das Eichsfelder Open war dafür ein gutes Beispiel. Ein Starterfeld mit 39 Piloten, internationale Beteiligung, Jugendliche und gleich fünf Rookies in einer eigenen Wertung – das ist eine Entwicklung, die Mut macht.
Für mich fühlt es sich deshalb gerade so an, als würde F3B wieder etwas mehr Zulauf bekommen. Vielleicht ist es noch zu früh, von einer großen Trendwende zu sprechen. Aber die Richtung stimmt.
Und sportlich?
Natürlich wurde am Wochenende auch ordentlich F3B geflogen.

Drei komplette Wertungsrunden mit Duration, Distance und Speed, sowie ein zusätzlicher Speed sorgten dafür, dass sowohl taktisches Fliegen als auch Präzision und Geschwindigkeit gefragt waren. Besonders in der Spitze wurde deutlich, wie eng das Niveau inzwischen ist. Zwischen dem Sieger Andreas Herrig und dem zweitplatzierten Søren Krogh lagen am Ende gerade einmal rund 65 Punkte. Beim Blick auf die Ergebnisse auf https://www.f3xvault.com/?action=event&function=event_view&event_id=4520 fällt auf, dass es zwischen manchen Plätzen auch noch viel knapper war. Zwischen Erik Heijne aus den Niederlanden und Markus Wanner aus Deutschland liegen 0,19 Punkte! Anhand dieser Zahlen zeigt sich das hohe Leistungsniveau dieser Klasse. Schon eine Sekunde im Zeitflug hätte hier einen bessere Platzierung bedeutet. Eine Landung im 1 Meter Umkreis um den Landepunkt (entspricht 100 Landepunkten), statt im 2 Meter Umkreis (95 Landepunkte). Das wirkt am Ende eines zehnminütigen Zeitflugs gerne mal als “Schade…blöd gelaufen” kostet aber am Ende vielleicht zwei oder mehr Plätze in der Endwertung.

Ich selbst konnte das Wochenende mit Platz 28 abschließen. Mich hat der Streckenflug am meisten Punkte gekostet. In einem Flug habe ich nur 11 Strecken erreicht, während der Beste in meiner Gruppe mit 15 Strecken gewonnen hat. Der Beste der jeweiligen Streckenfluggruppe erhält 1000 Punkte. Für meine 11 Strecken habe ich entsprechend nur 733,33 Punkte erhalten.
Wenn ich mich an den Wettbewerb erinnere, denke ich also lieber daran zurück, dass wieder mal alles heile geblieben ist und ich ein schönes Wochenende mit guten Freunden und Bekannten verbracht habe, die alle für den gleichen Sport brennen. Und vielleicht habe ich ja den ein oder anderen Fehler zum letzten Mal gemacht. Denn genau dafür sind solche Wettbewerbe da.

Ein gelungener Auftakt
Das erste Eichsfelder Open war für mich deshalb mehr als nur ein weiterer Wettbewerb im Kalender. Die Kombination aus einem attraktiven Flugplatz, einem gut besetzten internationalen Starterfeld, engagierter Organisation und einer ausgesprochen angenehmen Atmosphäre hat das Wochenende zu einem gelungenen F3B-Event gemacht.
Besonders positiv nehme ich die vielen jungen Piloten und Rookies mit. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt und neue Piloten dauerhaft in der Klasse bleiben, dürfte F3B auch in den kommenden Jahren spannend bleiben.
Nach zwei Tagen in Heilbad Heiligenstadt bleibt bei mir deshalb vor allem ein gutes Gefühl zurück: F3B lebt – und vielleicht ist gerade wieder ein bisschen mehr Bewegung in der Klasse.